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Cha Am - Wildlife Friends Foundation

Unser nächster Stopp nach den beiden erholsamen Inseln Koh Lipe und Koh Lanta war Cha Am auf dem Festland - rund 2 Stunden vor Bangkok. Cha Am haben wir aber nicht ausgewählt weil wir dort unbedingt hinwollten sondern viel mehr weil von dort aus unser Shuttle zu unserem eigentlichen Ziel startete - die Wildlife Friends Foundation Thailand. 

Cha am

Im Vorhinein hatten wir schon über Cha Am gelesen, dass es ein beliebter Urlaubsort für Einheimische besonders aus dem Umkreis von Bangkok sei. Cha Am selbst wirkte auf uns aber eher als wäre es vor 20 Jahren ein sehr schönes Ziel gewesen. Eine Promenade, Souvenirläden ,Bars, jegliche Restaurants und diverse Strandaktivitäten lassen darauf schließen, dass es hier einmal bunt und lebendig zugegangen sein muss. Jedoch macht es den Anschein als wären alle Touristen dem Ort von einen auf den anderen Tag fern geblieben und nie wieder gekommen. Und just von diesem Tag an haben auch alle anderen aufgehört sich um den Ort zu kümmern. 

Die Schilder verblichen, die Luft aus den Luftmatratzen entwich, die Strandliegen vergammelten und nichts wurde mehr repariert. Es wirkt alles sehr skurril, aber Hier und da blitzen immer mal wieder bunte hübsche Häuser hervor, was einen erahnen lässt wie es wohl früher hier ausgesehen hat.

Für unseren Zweck war es aber völlig in Ordnung. Wir hatten eine super Unterkunft und haben tatsächlich auch ein richtig, richtig gutes Restaurant entdeckt, welches wir für Svennis Geburtstagsessen ausgesucht hatten (und ja, wir hinken so weit zurück mit unseren Stories :D). Ein längerer Spaziergang hat uns zum einheimischen Fischmarkt geführt und die kleinen Seitenstraßen waren genauso interessant wie die Geschichten, die wir bei unserer Weiterreise von „Bob King“, einem Amerikaner, der sich in Thailand niedergelassen hat, hören sollten.

Wie gesagt sollte aber nicht Cha Am das Ziel dieser Station sein sondern die erwähnte Wildlife Friends Foundation Thailand. 

Tiere in Asien (Thailand)

Nach unserer Mangroven Tour auf Langkawi mit Peter haben wir uns nochmal mehr mit dem Thema Wildtiere in Asien auseinander gesetzt und wie diese unter anderem für touristische Zwecke misshandelt und gequält werden. Aber auch der Haustiermarkt in Asien wächst stetig und es ist nicht ungewöhnlich verschiedene Primaten, Otter, Tiger oder Leoparden in den Vorgärten der Mittel- oder Oberschicht Asiens zu sehen. Ein kleiner aber schon wesentlicher Eingriff in die Natur, wie uns Peter erzählte, ist das viele Guides auf Ihren Mangroven Touren die Tiere „anfüttern“, um diese dichter an die Boote zu locken damit die Touristen bessere Fotos schießen können. Jedoch sollten wir bald erfahren, dass das noch ein weit größeres Ausmaß hat als wir dachten. 

 

Bekannte Touristen „Attraktionen“ wie zum Beispiel Elefanten-Reiten, Fotos mit kleinen Affen auf den Straßen größerer Städte oder Schmusen mit Tigern beim sog. Tiger-Tempel sind nur eine kleine Anzahl an Beispielen bei denen die Tiere schwer misshandelt und unter Drogen gesetzt werden, damit Touristen ein einmaliges Erlebnis geboten bekommen und natürlich möglichst viel Geld damit verdient werden kann. Dass man diese Attraktionen meiden sollte hat sich Mittlerweile auch schon herum gesprochen, weshalb diese nun meist versteckt bei Tages-Touren inkludiert werden oder unter dem Deckmantel eines „Rescue Centers“ angeboten werden. 

 

Auch mir (Svenja) ist bei meinem ersten Besuch in Thailand unter dem Deckmantel einer Trekking Tour plötzlich ein Elefant mit Sattel vor der Nase gestanden. Obwohl wir damals ausdrücklich gesagt haben, dass wir eine Tour ohne Elefantenreiten haben möchten, standen wir nun direkt davor. Überrumpelt und überfordert mit der Situation sind wir doch tatsächlich auf den Elefanten gestiegen, weshalb mich heute noch das schlechte Gewissen verfolgt...

 

Damit wir nicht wieder an ein solches schwarzes Schaf unter den wirklich guten existierenden Organisationen geraten, haben wir natürlich ausreichend recherchiert und sind auf die Wildlife Friends Foundation Thailand gestoßen. Denn wir wollten mehr über die Tiere und ihre Geschichten erfahren und was man dagegen tun kann. Und da einer der einfachsten aber auch wichtigsten Möglichkeiten ist, darüber zu sprechen und das Wissen zu teilen damit dem Ganzen ein Ende gesetzt werden kann, wollen wir das hier auch einmal in zumindest kleiner anreißenden Form tun.

WFFT - Unser Tag vor ort

Das Arial der 2001 gegründete Wildlife Friends Foundation erstreckt sich mittlerweile über 67 Hektar und wird stetig um neue Artgerechte Gehege erweitert. Über mehr als 500 verschiedene Tierarten wurden über die Jahre gerettet und wenn möglich rehabilitiert und zurück in die Wildnis entlassen. Tiere für die es nicht möglich ist wieder in die Freiheit entlassen zu werden, bekommen dort in Phetchaburi ein artgerechtes neues Zuhause, wo sie in Frieden ihren Lebensabend genießen können. 

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, bei der Wildlife Friends Foundation Thailand mitzuwirken. Meist wird WFFT von individuellen Spendern/Spenderinnen, oder von Spenden anderer „Protection Organizations“ unterstützt. Jede Münze, die mit den Tagestouren eingenommen wird, fließt ebenfalls direkt in die Organisation. Einer der meist gewählten Optionen ist die schon erwähnte Tagestour vor Ort, wo ein Einblick in die Arbeit der Volontäre, Veterinäre und Angestellte gewährt und das Mitwirken im Sinne von Füttern und Duschen von Elefanten, kombiniert wird. 

 

Füttern und Duschen fragt ihr euch jetzt, ist das nicht wovon man die Finger lassen soll? Auch das haben wir uns und direkt unseren Guide gefragt. Zu unserer Beruhigung wirken wir hier bei einer täglichen Arbeit mit. Der Punkt auf einer der Tagestouren ist auch eher flexibel gestaltet, je nachdem ob der Elefant Lust auf Besuch hat, oder eben nicht. Manche Elefanten sind an die Anwesenheit von Menschen auch schon so gewöhnt, dass sie sich in einer Menschengruppe sichtlich wohl fühlen und die Aufmerksamkeit genießen. So wie es bei uns der Fall war ☺ Hier wird sich auf jedes Tier individuell eingestellt, sodass sie entweder allein, in kleinerer oder größere Gruppe leben können – je nach dem, was für das Tier am Besten ist. 

Ein wesentlicher Punkt, der es den Tierschützern besonders in Thailand schwer macht, ist ein Gesetzt, das es jedem Thailänder erlaubt einen Elefanten zu besitzen. Der Elefant ist damit Eigentum und der Besitzer darf damit per Gesetz tun und lassen was er möchte. Hier sind den Schützern oft die Hände gebunden z.B. schon Jungtiere zu retten, da sie diese „regulär“ kaufen müssten und damit den Markt fördern würden. Aus diesem Grund werden erst ältere Elefanten aufgefangen, die für die vorigen Besitzer keinen großen Mehrwert mehr erbringen und somit eher eine Last sind.

 

Viel mehr wollen wir hier eigentlich auch gar nicht loswerden. Vielleicht schaffen wir es ja damit ein wenig das Interesse daran zu wecken, sich einmal genauer damit auseinander zu setzen. Denn auch wenn wir schon wussten, dass z.B. Elefantenreiten nicht gut für das Tier sein kann, haben wir dort noch einmal genauer erfahren mit welchen grausamen Methoden die Elefanten gequält, von ihren Familien getrennt und der Rest der Familie getötet werden. 

Neben den ganzen schlimmen Geschichten, gab es aber auch noch eine wirklich rührende zum Schluss. Nach einer Rettung eines älteren Elefanten hat das WFFT Team den Versuch gewagt, diesen mit ins Gehege eines anderen Elefanten einzugliedern. Die beiden Dickhäuter sind sofort auf einander zu gelaufen und die Pfleger haben schon das Schlimmste erwartet. Aber anstatt das die beiden aufeinander losgegangen sind, haben sie ihre Rüssel umeinander geschlungen. Es hatte sich rausgestellt, dass die beiden Elefanten 20 Jahre zuvor auf dem gleichen „Elefanten-Track“ für Touris laufen mussten und sich nun zwei Jahrzehnte in Freiheit wiedergetroffen haben.  

 

Für uns war es ein sehr aufschlussreicher, aber auch besonderer Tag mit vielen traurigen und mitreißenden, aber auch schönen Geschichten.  Wir haben sehr großen Respekt vor der Arbeit, die die Volontäre, Mitarbeiter und Veterinäre dort jeden Tag stemmen.

 

Wer dann noch mehr erfahren möchte, kann sich natürlich auf allen Kanälen der WFFT informieren (siehe unten im Nice to Know) oder uns besuchen und im WFFT-Heftchen blättern (wenn wir denn wieder zurück sind ☺) Gern könnt Ihr aber auch jegliche Art an Fragen zu unserem Besuch bei der WFFT unten in den Kommentaren loswerden – die beantworten wir natürlich auch immer gern ☺

Nice to Know

Unterkunft:
The Beach Cha Am Guest House

 

WFFT – Wildlife Friends Foundation Thailand
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WFFT - Youtube

 

Essen:
Didine Restaurant Cha Am - Geburtstagsessen

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